Handball 1

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Meine Karriere als Handballer begann in Weimar. Unser Sportlehrer beim Studium sagte das es unsere Entscheidung sei ob wir Fussball oder Handball spielen wollen. 

Er schreibe aber die Noten. So entschieden wir uns für Handball. 

Für mich eine richtige und „freiwillige“ Entscheidung. 

Da ich nicht gerne renne, entschied ich mich für das Tor. 

Unser Lehrer Joachim Lenke war selber Spieler in der DDR Liga gewesen und hatte auch immer wieder was mit der Nationalmannschaft zu tun. So gestaltete sich auch das Training. Freizeithandball? Ne das war definitiv mehr. Ich bekam mein eigenes Programm. So schnell in Reaktion und Bewegung war ich davor und danach nicht mehr. 

Eine halbe Stunde linke Ecke unten, rechte Ecke oben rechts, rechte Ecke unten und so weiter. Zwischendurch runter auf den Boden und einen Liegestütz oder jede Ecke anschlagen bevor der nächste Ball kam. 

Nach jedem Training ging es in die Kneipe. Als erstes lief ein Glas Fassbrause unsere Kehlen hinunter und dann das Bier. 

Ein Suspensorium gab es für mich nicht. Zum Glück hatten die zahlreichen Treffer keine Auswirkungen auf meine Zeugungsfähigkeit. Auch mein Knockout, nach dem ich einen Ball mit dem Kopf hielt, hat anscheinend keine Schäden hinterlassen. 

Ich ärgerte mich das ich Handball nicht schon eher für mich entdeckt hatte. 

Regelmäßig hatten wir nun Spiele. In der Studentenliga spielten hauptsächlich Sportstudenten Mannschaften, viele mit Handball Erfahrung. Wir wurden belächelt, am Anfang. Später wurde es Respekt. Nach zwei Jahren Studium war es so weit, wir qualifizierten uns für den Vorenscheid zur Studenten DDR Meisterschaften. 

So gut war ich noch nie. Den Ball in Schulterhöhe mit dem Fuß halten, kein Problem. Dann das Entscheidungsspiel. Es sind nur noch Sekunden zu spielen. Es steht Unentschieden und nur mit einem Sieg fahren wir nach Rostock. Ich halte den Ball und schicke Holger O. mit einem genauen Zuspiel auf die Reise. Holger fängt ihn kurz vorm Kreis, wirft und Tor. Wir haben gewonnen und fahren nach Rostock. 

Denkste, übergetreten, Unentschieden, Abpfiff und aus. 

Unsere Frauen werden in Rostock Dritter. 

Nach drei Jahren war dann Studienende und scheinbar meine Karriere vorbei. 

Es ging dann aber mit meiner Lieblingszahl 13 und Jahre, Jahre, Jahre später weiter. Nicht mehr als Torwart sondern als halb links. 

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