Taufe und Glückseligkeit?  

Die Taufe war für Gregor und vor allem für die ihn liebenden Menschen eine gelungene Zeremonie.
Die Priesterin sprach mit solcher Hingabe und Wärme ihre Worte, man konnte sich der Wirkung garnicht entziehen. Die Ergriffenheit und emotionale Verbundenheit bei der Taufpatin Maike, dem Taufpaten Jörg und den Eltern waren zu spüren.
Gregor versuchte fast die gesamte Zeit Blickkontakt zu seiner Schwester Klara zuhalten. Fast schien es als wolle er sagen, jetzt bin ich hier, ich folge dir. 

Nach der Feier gab es ein kurzes Treffen mit Klaras Patentante Linda. Ihre Tochter wurde nach uns getauft. 

Die obligatorischen Gruppenbilder folgten. Omas und Opa, Familie mit und ohne Kinder, Paten mit und ohne Eltern und alle Bilder zumeist ohne Klara. Sie hatte entschieden nur sporadisch, für Sekunden auf Bildern zu erscheinen. 

Fast mit Ende der Taufe ging ein großer Wunsch von Luise in Erfüllung, die Sonne schien und der blaue Himmel begleitete uns bis ans Ende des Tages. Man spürte förmlich, wie sich die Sonne und Wärme in Luise ausbreitete und sie selber zum erleuchten brachte. Das waren kurze Momente des vollkommenen Glücks. 

Als die Taufgesellschaft den Garten von Maike betrat, war dieser schön vorbereitet und lieben Menschen unterstützten uns bis zum Ende der Feier, Luise und ich hatten so die Hände frei uns den Gästen zu widmen. Ein schmackhaftes, gegrilltes, veganes, tortiges, salatiges und nachspeisliges Essen mundete uns alle und reicht auch noch für morgen. 

Der Beginn der Feier und somit die Rede verzögerten sich leider. Ich hatte mich entschlossen mit Luises Bruder schnell noch Espresso zu besorgen. Also rein ins Auto um die Ecke gefahren und schon hatte ich ein Kind mit Fahrrad an meiner Stoßstange. Das Tempo, ein Igel wäre wahrscheinlich immer noch schneller gewesen, reichte aus das Kind um zu schubsen und meinen Scheibenwischwasserbehälter platzen zu lassen. Dem Kind und seinem Fahrrad waren außer Schock nichts geschehen. Ich musste, unter eventuellem Schock, meine Rede halten. 

Diese Rede war geprägt von Sprunghaftigkeit und wich stark von meinem geplanten Entwurf ab. So begann die Feier ein wenig holprig, was aber die Gäste nicht sonderlich beeindruckte. Das Essen wurde genossen und sich in wechselnden Konstellationen unterhalten.

Die Themen der Gespräche hatten eine enorme Bandbreite. Was ist Familie? Ist Familie alles? Warum Taufe? Warum diese? Werde ich als Mensch gesehen oder als Schwester? Was war in der Vergangenheit, was bringt die Zukunft? Welche Rolle steht einer Frau zu? Darf ein Mann fraulich sein? Was ist in der Torte? Ist das Vegan? Was ist mit Trump? Warum kann man im Alter nicht mehr so schnell singen? Welches Schweinchen hätten sie gerne? Schafft es Union in die Bundesliga? Wie ist Leipzig? Wie geht es deiner Freundin? Ach schon 3 Jahre auseinander? Finden wir Gott? Lebe ich in Sünde? Gehst du am Montag zu Handball?
Wir wollen gehn! 

Leider war die Feier für einige Gäste schon zu früh beendet und die Heimreise wurde angetreten. 

Davor wurden noch die Taufgeschenke ausgepackt. Man merkte das Bemühen richtiges zu schenken. Felix wird sich irgendwann freuen. Die Taufkerze wird ihn aber schon jedes Jahr zum Tauftag erleuchten.

Zwischen den Erwachsenen tobten die Kinder umher. Trampolin und Baum klettern, Hängematte und Kuchen essen. Fast alles was ein Kinderherz begehrt. 

Fotoalben aus Sansibar machten die Runde und es wurden Bilder für Gregor gemalt. 

Als meine Schwestern und meine Cousine schon gegangen waren, kam noch unsere Untermieterin Rosa und übernahm die Rolle der Gartenfotografin. Wir sind gespannt auf die Fotos. Gregor ist das geborene Werbekind und zeigte sich von seiner sonnigen Seite. Es herrschte eine entspannte gesättigte Stimmung. 

Dann wurde es Zeit und der Tag ging zur Neige. Schnell und mit emsiger Hilfe wurde der Garten in seinen Urzustand zurück versetzt. 

Klara schlief beim vorlesen ein und Luise und ich beendeten den Tag zusammen auf dem Sofa in der Küche. 

Perfekt war sie nicht diese Taufe, aber schön. Ein Spiegelbild der Welt in der wir leben. 

Ich bedanke mich für all die Helferlein, ohne die wir das hätten so nicht umsetzen können. 

Luise ich liebe dich und sage danke für diesen tollen Sohn. 

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. tashatan79 sagt:

    Ich Danke dir und entschuldige mich von ganzem Herzen.

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  2. Es war schön! Und immer wieder wandern meine Gedanken zurück 😉 ! Danke!

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