Playmobil und die Welt ohne Ecken und Kanten 

Mit dem Besuch aus der USA ist Playmobil bei uns eingezogen. Nun stehen zwischen Holzfiguren auch Mama, Kind und Kinderwagen. Das ist das der Inhalt einer Familien typischen Sammelbox. Der Vater existiert entweder nicht oder er ist auf Arbeit. 

Schwamm drüber. Was mich stört sind diese Figuren ohne Ecken und Kanten. Provokativ gesagt, könnte auch in diesen Figuren der eigentliche Grund liegen, dass sich Männer überall rasieren. glattrasiert, austauschbar, genormt und der Männlichkeit entfremdet. 

Die Hände bekommen eine glatte Oberfläche angeboten, es werden keine Unebenheiten ertasten, keine Maserung. Die Fantasie wird eingeschränkt, die Gestalt gibt die Rolle vor. Die Frustration von Klara ist sofort spürbar. Die Figuren stehen nicht richtig, es gibt nur vorgegebene Steckpunkte und die sind klein und für Kinderhände nicht wirklich geeignet. Wo eben ein Holzmann noch alles sein konnte, Opa, Onkel, Feuerwehrmann, ist es jetzt klar. Mann mit Polizeimütze, Müllmann, Frau mit Schürze ist die Mutter. 

Zurück zur Ecke und zur Kante. Menschen mit Ecken und Kanten haben es schwer in der Allgemeinheit, sie sind unberechenbarer als die genormten Typen die dem Mainstream hinterher jagen. So kann man dieses Plastespielzeug auch als Kampfansage an diese Normbrecher sehen. Makellos wie Barbie und Co. Makellos und tausendfach gleich. Man kann sie einspeicheln und wieder abwaschen, es perlt einfach alles ab. 

Es wird dabei auf nichts Rücksicht genommen, auch der männlichst der Männer verliert seine Ausstrahlung. 


Lego, Duplo, Playmobil und Co verändern die Welt. Die Kinder verlernen es kreativ zu sein und werden in das Denken von Erwachsenen gepresst. Es wird Sucht und Neid erzeugt. Immer neues Material kommt auf den Markt und Ärger im Familienalltag ist vorprogrammiert. Von der Ästhetik mal ganz abgesehen. Warum muss es rosa Vögel und grüne Rehe geben und auch der Sinn eines roter Hundes entzieht sich meiner Vorstellungskraft. 

Traurig ist, dass so viele Erwachsene denken, dass es solch ein Spielzeug bedarf um glückliche Kinder zu haben. Mit der Mode gehen, was die anderen haben, muss mein Kind auch haben. Das macht das Leben austauschbar und nicht kreativ. Das anders sein verkümmert. Die Kinder werden eins. Sie werden Lego Figuren, tausendfach gleich und genormt. 

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Die Mischung macht es und das Alter der Kinder! Meine spielten erst gestern sehr glücklich und sehr kreativ mit playmobil … Mit 10 und 12!

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  2. Uta Tok sagt:

    Kriegst zum Vatertag einen wunderschönen Playmobilmann…!!!
    Hast ja Recht: Holz ist schöner, ich hab es gern in der Hand. Aber letztlich ist unsere Welt vielfältiger und schräg bunte Plastefiguren machen das andere nicht kaputt, sondern ergänzen. Walddorf hat halt auch seinen Mainstream, den ich gern ein wenig breche und mit unserer Zeit ergänze. Ich stell mir immer vor, dass Herr Steiner, Rudolf, vielleicht Spass an den bunten Kram gehabt hätte und einige gute Möglichkeiten darin entdeckt hätte… Wer weiss! Übrigens sind Tanja und Co zu 70 Prozent, mindestens mit Holzspielzeug aller Art groß geworden. Da wusste ich noch nichts von Steiner und Co. Ansonsten sehe ich die Welt insgesamt nicht schwarz – weiß , sondern mit vielen Übergängen… Schönen Tag noch Dir. Die Blumen sind ein Traum.

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