Glück 

Ich bin ein ungläubiger Gläubiger.

Ungläubig weil ich stets hinterfrage. Dieses Hinterfragen hat mich zu dem Menschen gemacht der ich heute bin.

Ich weiß um die Schuld anderer und deren Wirkung auf meine Leben, verschließe mich aber nicht meiner eigenen Schuld.

Ich hinterfrage und verzeihe. Das wurde mir oft als Schwäche ausgelegt. Du entziehst dich, du klagst nicht an, du verdammst nicht, du beziehst keine Stellung.

Ich bin Gott, ich komme wahrscheinlich dem Ideal ziemlich nahe. Was mich vom Ideal trennt ist meine eigene Unvollkommenheit. Das macht mich aber unverwechselbar und interessant für andere Menschen. Das ist die Schwachstelle von Gott und die Stärke von Luzifer.

Ich brauche keinen Menschen der immer nur verzeiht, der alles weiß und mir keine Reibung bietet. Das Ideal ist langweilig und egoistisch. Mit welchem Recht entzieht mir dieses Ideal meine Schwächen und Sünden.

Meine Schwächen und Sünden haben mich zu dem Menschen gemacht der ich bin. Diese Reibung war und ist die Energie an mir zu arbeiten, mich zu entwickeln.

Da ich um meine Sünden weiß und diese benenne, kann ich Fehler verzeihen. Weil ich um das Böse in mir weiß, kann ich es beherrschen und mit dem Bösen in anderen Menschen umgehen.

Ich verzeihe nicht das Schlechte was mir angetan wurde, ich verzeihe dem Menschen. Der Mensch ist gut, er wurde zu dem was er ist. Das klingt blauäugig aber es macht es einfach. Ich kann nur über mich richten, auf mich habe ich Zugriff. Mir das Recht herauszunehmen Situationen zu beurteilen steht mir nicht zu.

Aber Hitler… Was ist mit ihm? Seine Taten sind unbeschreibbar böse. Kam er aber als böser Mensch auf die Welt? Was hat ihn dazu gebracht? Wie würde ich an seiner Stelle handeln?

Die Taten und den Menschen zu vermischen engen die Sicht ein. Deshalb nochmal, ich verzeihe nicht die Taten, ich verzeihe dem Menschen.

Es bedarf viel Kraft sich selbst zu verzeihen und sich den eigenen Taten zu stellen.

Die Schuld bei anderen zu suchen macht es einfacher, ich lebe mit meinem Weg aber definitiv besser.

„Das Gift der Eltern hat uns entzweit“. Die Eltern sind daran Schuld, nicht ich. Ich hatte meinen Glauben verloren weil andere es so wollten. Ich schnipse mit den Fingern und bums ich bin erleuchtet.

Das Gift aber wirkt immer noch. Es wirkt so lange, wie ich den Menschen, die Eltern nicht sehe, erkenne was sie damals dazu gebracht hat so zu handeln. Ich gebe diesem Gift eine Macht, die nicht real ist. Und das ist das eigentliche Problem. Ich muss mich mir selbst stellen. Wozu brauche ich noch heute dieses Gift. Zu was benötige ich die Verletzungen die mir angetan wurde und die ich mir selbst angetan habe. Ist es Angst vor dem eigenen Unvermögen selbst tätig zu werden? Selbst Verantwortung zu übernehmen? Sich selbst zu erkennen, mit all den Schwächen die man hat. Denn man hat Angst vor den Schwächen, nicht vor den Stärken.

Ich kenne meine Schwächen, kann sie benennen und stehe zu ihnen. Ich sehe den Menschen, bin deshalb offen und kann verzeihen. Mit mir kann der schuldige Mensch seine Schuld bearbeiten.

Ich bin glücklich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s