Autismus in Köln 1. Tag 

Drei Tage Köln, mit dem unerwarteten Thema Autismus. 

Klara wurde bei ihrer Schwester und Oma Grete untergebracht. Das Wagnis mit Gregor eine solch weite Fahrt zu unternehmen gingen wir ein und zum Glück entpuppte sich Gregor als sehr genügsam und war friedlich. 

Untergebracht waren wir über Airbnb bei Juliana. Tolle Lage, liebevoll eingerichtet und ruhig. 

Auf dem ursprünglichen Plan stand ein anderes Thema und ich dachte, Autismus klingt interessant, betrifft mich nicht, es kann aber nicht schaden sich das mal anzuhören. 

Dann die Überraschung. Es ging um Autismus und kleine Kinder. Immer wieder fiel der Satz: Das trifft auch auf kleine Kinder zu, also auf Klara. 

  • Autisten können nicht lügen, kleine Kinder auch nicht. Für Kinder ist es wahr was sie erzählen und was uns Klara alles erzählt. Erst wenn es sich seiner selbst bewusst wird, sich selbst reflektieren kann, dann wird es zur Lüge. 
  • Dann noch der interessante Einwurf das es die Lüge erst ab dem 15. Jahrhundert gäbe. Der Dozenten Dr. Hartwig Volbehr begründet das damit, dass der Mensch ab da in den Zwiespalt mit sich selbst tritt. Davor war alles geregelt und abhängig von der Welt. Ein Handschlag galt noch. Erst als König Sigismund und Papst Johannes XXIII Jan Hus, trotz Geleitbrief, gefangen nahmen und später verbrannten, begann ein Wort nicht mehr zu gelten. Das kann man jetzt sehen wie man will, klang aber in seiner Gesamtheit stimmig. 
  • Das ICH gliedert für uns die Welt und die einfließenden Informationen. Autisten besitzen dieses ICH nicht. Deshalb herrscht bei ihnen Chaos, bei kleinen Kindern auch. Sie und die Autisten benötigen ein Hilfs ICH. Dieses ICH gibt Hilfestellung, beschreibt die Information. Da liegt ein Ding. Das Hilfs ICH benennt es erst mit dem Namen, das ist ein Buch. Ein kleines Kind kann es so erlernen und später nutzen, beim Autisten bleibt es Chaos. 
  • Das menschliche Gehirn filtert die Sinne. 80% der Tätigkeit ist ausfiltern von Informationen, diese verschwinden und es wird uns ermöglicht das wir uns auf das „Wesentliche“ konzentrieren. 
  • Narzisten bilden ihre virtuelle Welt, ihr virtuelles ICH, ich Thomas, habe meine Welt, Borderliner wollen ein ICH, schaffen es aber nicht es zu entwickeln. Der Autist will nicht mit der Welt in Verbindung treten. 
  • Autisten und kleine Kinder haben Probleme Geräusche nach außen zu verlagern. Das Geräusch ist in ihnen, kommt nicht vom Schlag des Hammers. Wir hören den Schlag beim Hammer. Deshalb zucken sie so zusammen. 
  • Wir können Gefühle benennen, ihnen Begrifflichkeiten geben. In den Griff bekommen. Autisten und kleine Kinder nicht. 
  • Bei kleinen Kindern und Autisten kann es geschehen,  dass bei emotionaler Erregung die Verbindung zum Begriff verschwindet. Es hat dann seine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle. Geburtstag – Vorfreude – starke Emotion – Verbindung zum Geburtstag wird gekappt – das starke Gefühl bleibt und kann in eine negative Handlung umschlagen. Es muss vom Hilfs ICH eine neue Verbindung zum Geburtstag hergestellt werden. „schön das du dich auf den Geburtstag freust“ 
  • Da bei Autisten und kleinen Kindern viel über das Gefühl läuft, muss man sich ihrer immer bewusst sein. Ist man es nicht, kann es schräg werden. 
  • Da beide so auf Gefühle ansprechen, ist es wichtig die eigenen im Blick zubehalten. Mein Gefühl bestimmt das Handeln von Klara, negative Stimmung – negatives Verhalten, Angst und Aggression erzeugt diese auch beim Kind. 
  • In emotionalen Situationen hilft es oft das Gefühl zu benennen: jetzt bist du aber wütend, traurig oder ängstlich. Das hilft nicht immer, kann aber hilfreich sein. Ich darf in emotionalen Situationen nicht mein ICH verlieren. Genauso wichtig ist es die eigenen Gefühle zu benennen. 
  • Autisten und kleine Kinder wissen was gerade los ist, fühlen die Stimmung, können diese aber nicht fassen. Wir selber spüren wenn über uns gesprochen wird und müssen es wieder lernen dies mit dem Bewusstsein zu erfassen. 

    Dann war Feierabend für den ersten Tag und ich konnte mich mit Luise und Gregor in der Süd Altstadt von Köln treffen. Zum Abendbrot holten wir uns Pizza in der Pizzeria Da Nina. Diese war lecker und ist zu empfehlen. 

    Der Abend endete mit den beiden im Hochbett. Gefühlsmäßig ein anstrengender, interessanter und langer Tag. 

    Tipps und Co 

    Ein wenig Autismus würde jedem von uns gut tun. 

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