Mittwoch 

Ein Tag in der Mitte der Woche. Mittwoch und für diese Woche der letzte Tag von Zweisamkeit am Abend. Morgen habe ich bis 21:30 Uhr Dienst und dann steht wieder ein Köln Wochenende auf dem Plan.

Allein in Köln, wird interessant, brauche ich aber gerade nicht.

Ich bin im Frührentnermodus. Alles was weiter als 1km entfernt ist, ist mir zu weit. Hätte ich einen eigenen Garten, ich würde in der Mitte ein Zelt aufbauen und dort residieren. Von dort aus könnte ich dann allen gärtnerischen und handwerklichen Aufgaben nachkommen.

Ich schwanke zwischen kreativ verblödet, ich lebe noch und atmen. Mein Handeln ist so autonom von mir, ich brauche garnicht mehr nachzudenken. Mein Gehirn ist im Ruhemodus und funktioniert automatisch. Ich bemerkte es, andere anscheinend nicht.

Die Betreuten sagen ich wäre gut drauf und immer lustig, ich weiß das dies bei mir die Vorstufe zum Wahnsinn ist. Je besser ich drauf bin, umso gefährlicher wird es für meine Umgebung. Ich erwähnte es ja bereits. Mein Gehirn schaltet auf Autopilot und das bedeutet nicht immer nur gutes.

Ich erschrecke damit auch meine Umgebung. Weil ein Junge heute verschwunden war, kam die Polizei zu uns auf das Gelände. Sie fragten nach Herrn Müller. Als dieser um die Ecke kam, rief ich zu ihm das er schnell weglaufen soll, ich würde die Polizei solange aufhalten. Er konnte lachen, die Polizei fand es nicht so lustig.

Ich verliere meine Hemmungen und es kommt vieles ungefiltert heraus. Noch scheint es zumeist zu passen. Unangenehme Wahrheiten sind aber schon dabei, dass passt nicht zu meinem versöhnlichen Wesen.

Ich hoffe das dies nur eine Ruhephase ist und nach der Ruhe kommt der Sturm. Die Ruhephase ist am besten so zu beschreiben. Ich gehe gestern in den Kajakraum, schaue mir 20min jedes Kajak an und gehe wieder. Das wars, nichts weiter gemacht, nur geschaut.

Diese Ruhe hat aber auch Vorteile, zumindest auf Arbeit, zuhause habe ich die Ruhe leider nicht immer. Der Vorteil auf Arbeit? Die Betreuten können sich bemühen wie sie wollen, ich bleibe ruhig. Alles negative verschwindet an mir. Es prallt nicht etwa ab, ich absorbiere es. Es macht keinen Spaß mich zu ärgern.

So ziehe ich in Ruhe meine Bahnen, gehe mit ihnen in die Werkstatt. Dort lasse ich sie Herz und Anhänger für ihre Mütter aus Speckstein anfertigen. Romantik pur.

Dann die Seelen von Kollegen streicheln, um später dann mit Freude von Luise, Klara und Gregor auf Arbeit abgeholt zu werden.

Freude gibt es. Die Kosten für unsere Autoreparatur sind um mehr als die Hälfte gesunken, es gab Bürger vom Burgerbüro und Gregor kann so herzhaft lachen. Eine Umarmung von Klara ist eine Gefühlsbombe und mit Luise auf unserem Balkon zu sitzen ist ein schönes Tagesausklangerlebnis.

Die Mitte der Woche ist die Vorfreude auf Freitag. Denn Freitags habe ich Frei.

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