Zeit die nie vergeht…

Was für eine Zeit?

Das Leben lebt langsam und langsam geht es mir auf den Geist.

Ich möchte nichts mehr hören, möchte taub sein, mit laufen, aufhören nachzudenken. Es könnte so einfach sein, ist es aber nicht.

Die Zeit geht ins Land und ist irritiert von dem was sie sieht.
Masken, verhüllte Gesichter.
Ich habe gestern einer Verkäuferin als Dankbarkeit zugelächelt, dann habe ich bemerkt wie sinnlos das war.

Der Vorteil ist, man sieht die Masken der Menschen nicht die sonst getragen werden.

Was die Zeit auf dem Weg durch das Land noch erleben muss?
Aufgeheizte Gemüter, Engstirnigkeit und Dogmatismus. Es erscheint so als ob es nur noch ein dafür oder ein dagegen gebe.
Die dazwischen, werden von beiden Seiten als Abweichler gebranntmarkt. Sie werden fast schlimmer behandelt, dumme Mitläufer, man ist eine Gefahr für die eigenen Kinder und nur wir ermöglichen es zum Beispiel Atilla Hildmann wirksam zu sein, ein Todschlagargument.

Die Zeit würde sehen, dass es keine Demonstrationen der Linken, Grünen, Umweltaktivisten mehr geben wird, dass sich Initiativen, Vereine und Verbände auflösen müssen,warum? Es genügt die Teilnahme eines Rechten, Verschwörungstheoretikers, Reichsbürgerns oder was auch immer, sogleich wird gesagt das man sich nicht wirklich distanziert, man offen ist für diese Typen und gemeinsame Sache macht.

„Wir demonstrieren erst…*, wir betätigen uns erst…*, wir gründen erst, wenn kein …* in unseren Reihen ist.“
*hier kann beliebig eingesetzt werden.

Wenn unserer geliebter Verfassungsschutz es will, kann er so jegliche politische, ökologische, soziale Opposition kalt stellen. Ein paar V-Männer / Frauen genügen.

Die Zeit würde sehen das das Leben weitergeht.

Meine Mutter hat sich kurz hintereinander zwei Brüche zugezogen. Einen Wirbel weil sie nicht auf ihren niedrigen Blutdruck achtete und umfiel und die Schulter weil sie sich zuviel zu traute.

Meine Schwester Korianda und ich übernahmen die Reinigung ihrer Wohnung, schön mit Mundschutz versteht sich. So wurde das Wohnzimmer, die Küche und das Schlafzimmer mit einer Tiefenreinigung versehen. Meine Mutter betreute an meinem Tag die Kinder.
Gregor saß bei ihr auf dem Schoß und sie spielten, als er runter wollte kippte der Stuhl. Für Gregor eine schlimmer Anblick und für mich die Befürchtung das es nun immer so weiter geht.
Zwei Situationen die vieles bewirkte.
Ich bin noch mehr mit Korianda zusammen gekommen, die bewusste Verbindung zu ihr war wohl nie stärker.
Die andere Schwester hat sich verabschiedet, Schuld? Corona, Gott, das für sie notwendige und lebenswichtige Lebensgefühl sind dafür wohl Auslöser, wir passen da nicht mehr hinein.

Meine Mutter hat bei uns gewohnt und wird es nun wieder tun.
Für Gregor und Klara eine Freude, die Oma so nah, für mich eine intensive Nähe, eigentlich nicht mehr geplant in einem normalen Leben.

Die geplante und durchgeführte Operation, erzeugte bei mir Angst sie zuverlieren, die Familie rutschte zusammen.

Kontakte im Krankenhaus wurden auf eine Person beschränkt.
Der Gedanke das Dank Corona die letzten Kontakte verkürzt oder garnicht stattfinden konnten, erzeugte Wut.
Wie es den eingesperrten Menschen im Altersheim erging konnte ich da nur ahnen. Wieviele haben vor ihrem Tod nur ihr Zimmer und die Pfleger gesehen. Keine eigene Entscheidungsmöglichkeit, ich bin froh das meine Oma das nicht mehr erleben musste.

Notbetreuung, eingeschränkte Kontakte, geschlossene Spielplätze und keine Eisdielen, für meine Kinder ist das eine Erfahrung für ihr Leben.
Abstand halten! ruft Gregor allen nach die zu dicht laufen. Ist das bei ihm schon Normalität?

Der Vorteil von Notbetreuung ist der enge Kontakt der entsteht, Gregor hat eine beginnende Freundschaft nun vertieft, kein anderes Kind stört.
Klara hat Kontakt zu Kindern bekommen die vor Corona nicht auf ihrer Freundewunschliste standen.

Was ich vermissen werde, ist die Stille, die saubere Luft, die Verlangsamung der Zeit, die Menschenleeren Stadt und Landschaft.

Sogar Gregor fühlt sich manchmal so richtig lull und lall.

Auf Arbeit war es für meine Betreuten nicht einfacher, 8 Wochen Kontaktsperre zu ihren Eltern, Bindungsstörung mal von ganz oben erzeugt. 8 Wochen lang waren dies Menschen eng miteinander verbunden, keine Auszeit, von Früh bis zum Abend.

Lichtblicke und schöne Erlebnisse gab es, wir bekamen zum Beispiel Bienen.

Honig wird es aber er im nächsten Jahr geben.

Wir bauten Pfeil und Bogen und ich meinen ersten Pfeil mit Feder.

Ich überholte den Roller und bereitete das nächst größere Fahrrad für Klara vor.

Auf Arbeit geht vieles in Richtung Abschied, wie immer kommen die Anreize zur Veränderung von außen.

Schade das es in meiner Arbeitsumgebung immer so wenig Menschen gab mit denen ich mich blind verstanden habe und die auf meiner Wellenlänge waren. So muss ich mich immer wieder erklären, immer wieder von vorne anfangen und in Konflikt geraten.
Auf Fortbildungen oder im Einzelgespräch bringe ich meine Vorstellungen rüber und begeisterte.
Ich scheitere immer dann wenn die Pädagogik einsetzt, der Plan, das Ziel und die Vorgaben.
Aber das ist ein anderes Thema und ich bin es langsam leid mich erklären zu müssen.
Gut, ein Konzeptversuch noch und dann werde ich zum Mitläufer und höre auf Gestalter zu sein.

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